Feuer in Uganda
Innerhalb von 10 Minuten baut der ugandische Töpfer Richard Wanzala aus Lehm ein Kochgefäß auf, groß wie eine Wassermelone. Seine drei Frauen sitzen vor ihren Hütten, von zahllosen Kindern umringt. Das Gefäß wird zwei Tage in der Sonne trocknen, danach im offenen Feuer nebst anderen Gefäßen in kaum einer Stunde gebrannt und gebrauchsfertig.
Das ist nur eines der vielen Erlebnisse der Wiener Neustädter Keramikerin Gudrun Kainz, die sich im Juli und August zum zweiten Mal im ugandischen Busch aufhielt. Schon 2007 war sie in der Mission „Vision for Africa" in Kiyunga beteiligt, eine Töpferberufsschule für ugandische Waisen aufzubauen. Die Leiterin und Initiatorin dieses Projekts ist Carola Tengler, eine Keramikerin aus Sautern bei Pitten. Seitdem haben die Schüler große Fortschritte gemacht, der erste Lehrgang wird heuer abschließen. Die unverwechselbaren Werke der jungen Menschen wurden schon auf vielen Ausstellungen im Land gezeigt, darunter in der „Tulifanya Gallery" in der Hauptstadt Kampala. Sie finden großen Anklang bei Käufern aus Europa und den USA, aber auch bei kunstinteressierten Ugandern, weil Gudrun Kainz die Schüler ermutigt, traditionelle Formen und Muster wiederzubeleben und mit ihrer eigenen Kreativität zu verknüpfen.
Diese Bemühungen fanden bereits die Aufmerksamkeit der Kunstuniversität in Kampala. Während ihres Aufenthalts wurde der lang gewünschte persönliche Kontakt endlich hergestellt und Gudrun Kainz hielt ein einwöchiges Seminar für Professoren, Tutoren und Studenten der Makerere Universität Kampala. Besonders die Professoren und Tutoren teilen Carola Tenglers und Gudrun Kainz´ Meinung, dass in der Keramik auf ugandische Tradition aufgebaut werden muss, wobei zeitgenössische Auffassungen nicht abgelehnt werden.
Die Töpferberufsschule in Kiyunga wird intensiv weiterbetrieben und ausgebaut, wobei die finanziellen Mittel zu einem bedeutenden Teil aus Spenden und in der Übernahme von Patenschaften bestehen. Informationen über diese Patenschaften unter
www.visionforafrica-intl.org . Spenden direkt an die Töpferschule unter Konto Nr, 1000 00 31 45, Raiba Pittental, BLZ 32647, KW „Töpferei".
Stephan Denkendorf , September 2009